• Chaos im Kopf
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    Warum viele Schüler mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehen, ist mir im Laufe der letzten Jahre klargeworden. Es herrscht Chaos im Kopf. Sie kennen nur einige wenige Regeln, und die nur rudimentär. Zum Beispiel wissen sie, dass Nomen einen Artikel haben, und schreiben dann „die Schöne blume.“ Schließlich steht vor “schöne“ ein Artikel. Dass Vokale sowohl kurz als auch gedehnt vorkommen, und dass das bei der Rechtschreibung - für Beispiel aus meiner Rechtschreibförderung hier klicken - zu beachten ist, wissen sie nicht. In der Schule war das bestimmt dran, aber es blieb nicht haften. Hinzu kommt, dass das Handwerkszeug der Schule, das Schreiben, oft nicht beherrscht wird und einen großen Teil der Konzentration abverlangt. Ein Wort zehnmal zu schreiben, damit man sich die richtige Schreibweise einprägt, nutzt hier gar nichts. Die Frage, wie man ein Wort richtig schreibt, stellt sich nur dann, wenn man bereits Strukturen zur Rechtscheibung verinnerlicht hat.

    Ich habe während der Ferien meine Rechtschreibförderung überarbeitet. Die einzelnen Themen sind so aufbereitet, dass sie sowohl für die Einzelförderung als auch für einen Kurs geeignet sind.

    Geschrieben am Montag, 04 September 2017 06:00 weiterlesen...

Michael Winterhoff – Warum unsere Kinder Tyrannen werden – 16. Auflage - Goldmann - 2010


Das Buch wurde mir von Lehrkräften empfohlen. Ich fand es spannend und informativ. Die Fallbeispiele zeigen dramatisch die Situation auf, mit der wir es heute mit vielen Kindern zu tun haben.


Gleich zu Anfang (Seite 13) kommt der Autor auf den Punkt: „Bei einem großen Teil der Kinder und Jugendlichen, die in allen Lebensbereichen Probleme verursachen, haben wir es nach meinem in langjähriger Beobachtung entwickelten Modell mit Menschen zu tun, deren psychischer Reifegrad in etwa auf dem Niveau von maximal Dreijährigen stagniert.“ Etwas später heißt es: „Kinder, die aufgrund fehlender psychischer Voraussetzungen nicht in der Lage sind, falsches von richtigem Verhalten zu unterscheiden, entwickeln sich eben zu jenen Tyrannen und Monstern, von denen wir im Alltag immer häufiger mit einer großen Fassungslosigkeit stehen.“


Der Autor stellt fest, dass Kindern immer öfter die Rolle eines Partners zugewiesen wird. Persönliche Anmerkung: Wem das übertrieben vorkommt, der braucht nur in den LehrplanPLUS für die Grundschule in Bayern zu schauen. Dort heißt es z.B. „Kinder haben – unabhängig von ihrem Alter – ein Recht auf Partizipation. ... Partizipation bedeutet die Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, und damit Selbst- und Mitbestimmung, Eigen- und Mitverantwortung und konstruktive Konfliktlösung. Basierend auf dem Bild vom Kind als aktivem Mitgestalter seiner Bildung sind Partizipation und Ko-Konstruktion auf Dialog, Kooperation, Aushandlung und Verständigung gerichtet (Seite 7, LehrplanPLUS). Diese Stelle (und ähnliche) hatte ich mir schon angestrichen, lange bevor ich das Buch von Winterhoff las, denn sie kamen mir schon damals abgehoben und weltfremd vor. Winterhoff sagt: "Kinder werden mit der Rolle als Partner aber restlos überfordert, denn Persönlichkeitsentwicklung setzt erst mit dem achten oder neunten Lebensjahr ein. Es wird versäumt, und zwar von Eltern, Erziehern und Lehrern, den Kindern Grenzen aufzuzeigen."


Es handelt sich nicht um eine theoretische Abhandlung. Viele Beispiele aus der Praxis des Autors veranschaulichen seine Thesen. Der Autor nennt drei Stufen der Beziehungsstörung, wobei die erste die bereits erwähnte "Partnerschafltlichkeit" ist. Die gibt es in vielen Familien. Problematisch ist, dass in Kindergärten und Schulen nicht gegengesteuert wird, weil dort die gleichen modernen Konzepte greifen. Die zweite Stufe der Beziehungsstörung ist die der „Projektion“. Das Kind wird zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse benötigt. Seite 132: „Eltern in der Projektion reagieren anders. Sie verstehen das Sozialverhalten und die schulischen Leistungen ihres Kindes als Messlatte dafür, ob sie selbst als gute oder als schlechte Eltern zu gelten haben. ... Der Erwachsene ist vom Kind abhängig, er definiert sein eigenes Selbstbewusstsein ausschließlich über das Verhalten des Kindes.“ In diesem Zusammenhang wird dann auch der Wunsch nach weniger Leistungsdruck und niedrigeren Anforderungen gesellschaftlicher Konsens. Als Beispiel fiel mir sofort die Abschaffung des Diktats ein. Besonders nachdenklich macht die dritte Stufe der Beziehungsstörung, die „Symbiose“, also die Verschmelzung der Psyche der Eltern mit der ihres Kindes. Die Kinder dieser Eltern machen in den Augen der Eltern auch bei schwerwiegendem Fehlverhalten grundsätzlich nichts „extra“. Der Autor schreibt (Seite 174 f) „Im Rahmen der Symbiose kommt es also zu einer völlig falschen Einschätzung von Kindern. Bei Problemen wird nicht abgegrenzt als Erwachsener reagiert, indem dem Kind Regeln, Strukturen und Verhaltensweisen aufgezeigt, abverlangt und wieder trainiert werden, damit die zugehörigen psychischen Funktionen sich bilden können. Es wird vielmehr darauf hinauslaufen, dass das Kind als krank empfunden wird, so wie ein nicht funktionstüchtiger Körperteil. So erklärt sich die auffällige Häufung von Krankheiten mit denen Schulprobleme von Kindern erklärt werden sollen. Dyskalkulie, Legasthenie oder ADHS sind absolute Chartstürmer in den Hitlisten der Kinderkranheiten.“


Was mich besonders nachdenklich gemacht hat: (Seite 153) „Das Kind definiert zunächst auch andere Menschen über die Nervenzelle "Gegenstand". Das ändert sich erst in dem Moment, in dem die Menschen in der Umgebung sich dem Kind gegenüber als abgegrenzt präsentieren, ihm Widerstand entgegensetzen, wenn es sich in seinem kindlichen Narzissmus durchzusetzen versucht. Damit erklärt der Autor, das oft unmenschliche Vorgehen von Tätern. Sie sind auf der Stufe "Gegenstand" stehen geblieben. Sie quälen aufgrund ihres psychischen Empfindens nicht Menschen, sondern Gegenstände. Ich denke, da fallen jedem zahlreiche Beispiele ein.


Zum Schluss fordert de Autor ein Überdenken der Kindergarten- und Grundschulkonzepte, was umso wichtiger wird, je mehr Defizite in den Familien entstehen.

Aus der Lesekoch-Praxis ...

Landkreis Fürth ist Bildungsregion

Bildungsregeion kl

Unserem Landrat Matthias Dießl wurde die Urkunde mit der Bezeichnung "Bildungsregion" von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle überreicht. Ich konnte Dank der Unterstützung der Rektorinnen Frau Wenzl und Frau Wilhelm mit dem Projekt Grundschulpower einen kleinen Beitrag leisten. Foto: Roland Beck

Leseförderungsprojekt im 5. Jahr

Pestalozzi GS 2016 1k Gute Laune herrschte bei Lehrern, Eltern, Schülern und Lesepaten bei der Weihnachtsfeier in der Pestalozzi-GrundschulPestalozzi GS 2016 2ke  Oberasbach. Das Projekt läuft jetzt erfolgreich im 5. Jahr und wird von Mirjam Lang (im Bild links) und Frau Wiendl koordiniert. Alle sind zufrieden und wollen weitermachen. Als Initiator freue ich mich und bin dankbar für die Untersützung. So macht Leseförderung Freude!

Elternabende zur Leseförderung

Veitsbronn Elternabend KopieSehr gut besucht war der Elternabend in Veitsbronn. Der Elternbeirat und der Förderverein haben die Veranstaltung organisiert. Das Interesse der Eltern zeigte sich auch in einer lebhaften Diskussion. Die Besucher und die Schulleitung haben sich lobend über den Abend geäußert. Elternabende zur Leseförderung führen wir mit allen Schularten zusammen mit den Schulleitungen auf Anfrage durch.

Lese-Hörbuch für die 1. und 2. Klasse

Vroni Dinxbünxe neu P1010251Vroni Priesner alias Vera C. Koin liest ein Kapitel Ihres neuen Buchs mit kurzen, spannenden Kapiteln und kurzen Sätzen für ein neues Lese-Hörbuch ein. „Dinxbünxe“ eignet sich sehr gut zum Üben für die erste Klasse ab dem zweiten Halbjahr und auch für die zweite Klasse. Edinxbuenxein Kapitel jeden Abend mit den Übungen, die auch mit Ton unterstützt sind, lässt sich zeitlich leicht unterbringen. Auch für die Ferien ist dieses Lese-Hörbuch eine gute Übungsmöglichkeit. Mit der Leseprobe können Sie das Konzept ausprobieren.

Schüler trainieren Schüler

Mittelschule Zirndorf Schülert k P1010237Ein beispielhaftes Projekt läuft an der Mittelschule Zirndorf. Schüler trainieren Schüler mit dem Lesekoch-System. Das Bild zeigt die Trainer des ersten Durchlaufs. Die Schüler freuen sich, ihren jüngeren  Mitschülern helfen zu können, die Lesefertigkeit zu verbessern. Die zweite von rechts ist Frau Friedmann, die das Projekt an der Mittelschule Zirndorf koordiniert. Solche Projekte laufen an Mittel- und Realschulen. Bei Interesse bitte melden.

Kindheitserinnerungen mit Lese- und Wortschatzübungen

Oma Grete

Grete Gringmuth erzählt als Oma Grete von ihrer Kindheit. Es sind Erlebnisse aus dem Nachkriegsdeutschland. Der Text und die Übungen dazu sind für alle Altersgruppen geeignet. Der Ton, gesprochen von Grete Gringmuth, ermöglicht eine Lesekontrolle durch die Lernenden selbst. Mit diesem Lese-Hörbuch sollenSiegbert Passbild 20150522k Schüler, aber auch Eltern unterstützt werden. Eine Version für Menschen mit Migrationshintergrund mit zusätzlichen Worterklärungen und Wortschatzübungen steht jetzt auch zur Verfügung. Wir wünschen allen Spaß, Freude und Erfolg beim Üben. - Grete Gringmuth und Siegbert Rudolph 

Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.

Joseph Addison, 1672 - 1719

 

"Es gibt nichts Schöneres, als ein Buch aufzuschlagen und in eine Geschichte einzutauchen. Bücher lesen heißt wandern gehen." Vera C. Koin

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