Dienstag, 05 September 2017 06:00

Bremsen beim Lesen

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Bremsen muss man viele Kinder, die Leseschwierigkeiten haben. Die Leseanfänger wollen nämlich oft schneller lesen, als es ihre Lesefertigkeit erlaubt. Das führt zwangsläufig zu Lesefehlern und fördert die Ratestrategie. Da das Kind die Wörter nicht schnell genug entschlüsseln kann, fängt es an zu raten, was bei einfachen Texten häufig zu richtigen Ergebnissen und damit Erfolgserlebnissen führt. Die Ratestrategie wird perfektioniert, was eine Zeit lang funktioniert. Das bittere Erwachen aber kommt bestimmt, spätestens in der Weiterführenden Schule. Die Mittel zur Gegensteuerung sind einfach. Mit einem Leselineal kann man die Lesegeschwindigkeit drosseln. Man gibt das Wort einfach erst dann frei, wenn es richtig gelesen wurde. Bei meinen Übungen am PC gibt es dafür das digitale …

… Leselineal. Es gibt, dem Kind Sicherheit, z.B. durch die Möglichkeit, einen Text Silbe für Silbe zu erlesen, wobei für jede Silbe ein Klick erforderlich ist. Damit können Eltern, Trainer oder auch das Kind selbst die Lesegeschwindigkeit so gestalten, dass richtige Ergebnisse erzielt werden. Das Kind kann sich immer auf das zu lesende Wort konzentrieren. Mit einer Wiederholung des ganzen Satzes oder später eines Absatzes wird auch das flüssige und betonte Lesen verbessert. Die Texte können buchstaben-, silben oder wortweise angezeigt werden. Die Geschwindigkeit wird durch das Klicken bestimmt oder mit einer Zeituhr (Makro in PowerPoint). Das Video zeigt Beispiele aus meiner Leseförderung. Gerade im ersten Schuljahr sollten Eltern darauf achten, dass ihr Kind nicht zu früh schnell liest. Jedes Kind braucht seine Zeit, und die sollte man ihm geben. Das digitale Leselineal in meinem Übungssystem hilft dabei. Gerade für Leseanfänger gibt es schöne Übungen im Bereich "Übungen herunterladen". Fazit: Beim Leselernprozess gilt: Genauigkeit geht vor Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit kommt später beim Üben von selbst. Die schädliche Ratestrategie kann nur mühsam beseitigt werden.

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"Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern."

Chinesisches Sprichwort, gehört von Dr. Birgit Kreß, Erste Bürgermeisterin Markt Erlbach

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
Benjamin Franklin

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